Tomatensorten im Überblick

Wunderschön gestreifter Klassiker: die englische Züchtung Tomatensorte Tigerella.Alte Tomatensorten unterstützen die Artenvielfalt, schenken intensive Geschmackserlebnisse und überraschen mit vielen kuriosen Farben und bunten Formen.

Ausgefallen, lustig, eigentümlich oder sogar geheimnisvoll klingen die Namen so manch alter Tomatensorte. Wer würde vermuten, dass sich hinter Bezeichnungen wie „Grünes Zebra“, „Weißleinchen“, „ Besser“, „Venusbrust“, „Rheinlands Ruhm“ oder „Ei von Phuket“ etwa Tomatensorten verbergen? Auch „Zahnradtomate“ sowie „Reisetomate“ wecken spontan die Neugierde und machen Lust darauf, mehr über diese altbewährten Sorten zu erfahren. Das Angebot an alten Tomatensorten ist mittlerweile recht groß. Ebenso die Nachfrage. Aber nicht alle Sorten, die im Handel unter dem Prädikat „alt“ gehandelt werden, zählen auch wirklich zu den alten, historischen Tomatensorten. Eine allgemeingültige Definition existiert bisher leider nicht. Einig sind sich sowohl Fachleute als auch private Tomatenzüchter, dass sich eine Sorte mindestens seit 50 Jahren in Kultur befinden muss, um sich mit dem Zusatz „alt“ schmücken zu dürfen. Denn nur aus den alten, samenechten Tomatensorten lassen sich – im Gegensatz zum handelsüblichen F1-Hybridsaatgut – Samen für den Wiederanbau und für die eigene Zucht von Tomatenpflanzen gewinnen. Dies ist auch der entscheidende Punkt, warum der Anbau dieser altbewährten Sorten so wichtig ist. Denn schließlich tragen sie im wesentlichen Maße dazu bei, die genetische Vielfalt im Nutzgarten sicherzustellen. Darüber hinaus lassen ihre teils kuriosen Fruchtformen und eigenwilligen Fruchtfärbungen sowie ihre unglaublichen Aromen, die den Verzehr dieser wunderbaren delikaten Tomaten zum Genusserlebnis machen, jedes Tomatenliebhaberherz höher schlagen.

Robust, aromatisch, ertragreich und kunterbunt kommen die alten Tomatensorten daher

Die Heirloom-Tomaten, wie die alten Tomatensorten auch bezeichnet werden, schmecken und riechen nicht nur intensiver, sondern ihre Pflanzen sind auch besonders robust und widerstandsfähig – was sie speziell für den Freilandanbau prädestiniert. Zwar sind nicht alle alten Tomatensorten so ertragreich wie die modernen F1-Hybride, dafür können ihre Früchte sich dank einer unempfindlicheren Fruchtschale bestens gegen Witterungseinflüsse behaupten. Ein Regenschutz ist daher für diese Pflanzen nicht erforderlich. Überdies beeindrucken die alten Tomatensorten durch ihre bunte Vielfalt – ihre Früchte können beispielsweise weiß, rot, orange, gelb, grün, violette, braun, nahezu schwarz sowie mehrfarbig oder gestreift sein – und durch ihre unterschiedlichen Formen, die von spitzoval über pflaumen-, birnen- und herzförmig bis hin zu länglich oder rundlich reichen. Auch in der Größe variieren die alten Sorten erheblich. An nur einer Pflanze können die Früchte verschieden groß ausfallen. So beeindruckend wie die optische Bandbreite ist auch die Herkunftsvielfalt der alten Tomatensorten. Sie sind in den unterschiedlichsten Ländern und Regionen der Erde beheimatet und haben sich teils schon über Jahrhunderte hin bewährt.

Optisch & kulinarisch ein Schmaus: Die Früchte der alten Tomatensorten

Klein, schwarz, aber oho: die Cocktailtomate Black Cherry

Wer also in seinem Garten oder auf dem Balkon leckere, schmackhafte Tomaten anbauen möchte, aus dessen Samen sich erneut Pflanzen ziehen lassen, die der Mutterpflanze ähneln, der sollte künftig besser auf das Saatgut alter samenechter Tomatensorten zurückgreifen. Die Wiederentdeckung dieser wunderbaren alten Tomatensorten ist vorrangig dem biologischen Landbau, der sich unter anderem für die Artenvielfalt von Nutzpflanzen einsetzt sowie engagierten privaten Tomatenzüchtern, die den unverfälschten Geschmack selbst gezüchteter „echter“ Tomaten dem der F1-Hybride vorziehen, zu verdanken. Ein Engagement, das sich lohnt zu unterstützen. Schließlich bedeutet Artenvielfalt vor allem auch Geschmacksvielfalt. Und wer will darauf schon verzichten? Anbei stellen wir einige wenige dieser ungewöhnlichen und vor allem schmackhaften Tomatensorten vor.

Klein, schwarz, aber oho: die Cocktailtomate „Black Cherry“

Neben der Färbung der Früchte, die von dunkelrot über violett-braun bis hin zu tief schwarz reichen kann, besticht diese recht wuchsfreudige und besonders ertragreiche alte Tomatensorte vor allem durch ihren unvergleichlich süßen Geschmack, der zudem die typische milde Würze schwarzer Tomatensorten aufweist. Diese alte Sorte verfügt über eine hohe Widerstandskraft gegen Pilzerkrankungen. Das Fruchtfleisch der aus der USA stammenden Züchtung ist saftig weich, die Fruchtschale eher fest. Black Cherry schmeckt frisch vom Strauch gepflückt eindeutig am besten.

Wunderschön gestreifter Klassiker: die englische Züchtung Tomatensorte „Tigerella“

Tigerella bildet mittelgroße rot-goldgelb gestreifte Früchte aus, deren Streifen mit zunehmender Reife immer weiter verblassen. Gezüchtet wurde diese Sorte von Dr. L.A. Darby im Glasshouse Crops Research Institute in Sussex durch die Kreuzung der bewährten alten Tomatensorte „Alisa Craig“ mit einer unbekannten alten Sorte. Tigerella sieht nicht nur hübsch aus, sondern überrascht mit einem völlig einzigartigen Geschmack, der als süß-sauer bis fast fruchtig charakterisiert werden kann. Abgerundet wird dieses wunderbare Aroma von einer leicht würzigen Note, die sich ganz hervorragend für gegarte Speisen nutzen lässt.

Grün, grün und nochmals grün: die leckeren Früchte der Tomatensorte „Green Zebra“ und „Evergreen“

Grün mit gelben Streifen – so präsentieren sich die Früchte von Green Zebra. Um ihnen sowohl diese Wunschfarbe als auch diese Wunschmusterung zu verpassen, waren nicht nur vier alte Tomatensorten, sondern auch weit mehr als über hundert Kreuzungsversuche erforderlich. Das Resultat kann sich nicht nur sehen, sondern auch auf der Zunge zergehen lassen. Schließlich ist nicht nur das Aroma von Green Zebra, was wunderbar erfrischend säuerlich ist, überragend. Auch die Färbung dieser amerikanischen Züchtung ist unglaublich. Im reifen Zustand kommen die mittelgroßen Früchte nämlich mit gelben Streifen auf leuchtend grüner Schale daher. Bedenkenträger können sich an dieser Stelle entspannen und die grünen Früchtchen ohne weiteres genießen. Denn der Verzehr dieser Tomaten ist völlig unproblematisch. Lediglich unreife Tomaten enthalten das giftige Solanin. Keinesfalls Tomaten, deren Fruchtschale und Fruchtfleisch im reifen Zustand eine grüne Farbe aufweisen.

Grün mit gelben Schimmer, genau das macht die Früchte der amerikanischen Züchtung „Evergreen“ so attraktiv. Weniger hübsch sehen die Fleischtomaten jedoch unreif aus. Denn da sind sie deutlich grau gefärbt. Evergreen ist besonders ertragreich, wächst hoch und üppig. Die eher plattrunden und leicht gefurchten Früchte können bis zu 250 g schwer werden. Das Fruchtfleisch dieser grünen Schwergewichte ist recht saftig. Dank des fruchtigen und süßlichen Aromas ist Evergreen eine leckere Salatzutat. Zudem bietet es sich an, aus den grünen Tomaten ein köstliches Chutney herzustellen.

Skurril gewachsen und ideal für unterwegs: die kleckerfreie „Reisetomate“

Kleckerfrei, diese praktische Eigenschaft der Reisetomate wussten die Indios in Guatemala, woher diese ungewöhnliche Fleischtomatensorte ursprünglich stammen soll, zu schätzen. Und gaben ihren Boten die Tomaten als Reiseproviant mit auf dem Weg. Denn die dunkelroten Früchte der sehr schnell wachsenden Stabtomate bestehen aus vielen, voneinander getrennten Fruchtkammern, die sich einzeln herausbrechen lassen. Dabei läuft weder Saft aus, noch tritt Fruchtfleisch heraus. Das Aussehen dieser Tomaten ist etwas bizarr. Sie ähneln einem wilden roten Knäul, der sich aus vielen kleinen Tomaten zusammensetzt. Die saftigen, süßen Reisetomaten sind der ideale Snack für Kinder. Sie sehen lustig aus, schmecken lecker und auch das Teilen macht plötzlich richtig Spaß.

Interessante Themen über Tomaten, die Sie auch interessieren könnten:

Saatgut von verschiedenen Tomatensorten online bestellen: