Tomatenkrankheiten rechtzeitig erkennen

Tomatenkrankheiten rechtzeitig erkennenTomatenkrankheiten lassen sich frühzeitig erkennen und gut behandeln – natürlich nur, wenn die Ursachen bekannt sind.

Selbst angebaute Tomaten schmecken einfach am besten. Um möglichst viele dieser leckeren, aromatischen Früchte zu ernten, müssen Tomatenpflanzen nicht nur gut gepflegt, sondern auch gut beobachtet werden. Denn die Nachtschattengewächse sind recht anfällig für Krankheiten. Insbesondere für jene, die durch Pilzsporen verursacht werden. Aber auch Schädlinge, Bakterien und Viren, zu intensive Sonnenbestrahlung, Kälte, eine unregelmäßige Wasserversorgung oder Magnesiummangel können die Pflanzen schädigen. Der alte Werbespruch „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“ passt hier bestens. Denn wer in seinem Garten die Augen offen hält, der kann das Risiko, dass seine Tomatenpflanzen erkranken, minimieren und auch schnellstens reagieren. Immer vorausgesetzt, dass bekannt ist, wonach geschaut werden muss. Welche von Pilzen hervorgerufenen Tomatenkrankheiten es überhaupt gibt und welche Vorbeuge- und Hilfsmaßnahmen sich im Einzelnen anbieten, das erfahren Sie hier.

Tomatenkrankheit: Kraut- und Braunfäule

Der Algenpilz ist Verursacher der Kraut- und Braunfäule. Früher im Wasser beheimatet, treibt der Algenpilz sein Unwesen mittlerweile auf dem Land. Zum Überwintern bevorzugt er infizierte Kartoffelpflanzen. Im Sommer fliegen die Sporen dann auf die Tomatenpflanzen. Dort kann sich der Erreger rasant ausbreiten – lediglich die Bedingungen müssen stimmen. Niedrige Temperaturen von 18 bis 20 Grad Celsius und eine hohe Luftfeuchtigkeit sind dafür ideal.

Merkmale: Die Kraut- und Braunfäule macht sich zuerst auf den Blattoberflächen durch grau-grüne Flecken bemerkbar. Diese färben sich dann braun bis schwarz und fließen ineinander. Die Blattunterseiten überzieht ein grau-weißer Pilzrasen. Der Befall der Blätter schreitet rasch voran, auch die Stängel werden nicht verschont. Infizierte Früchte besitzen tief in das Fruchtfleisch eingesunkene braun-schwarze Flecken und sind völlig ungenießbar.

Vorbeugen & helfen: Keine Pflanznachbarschaft mit Kartoffeln. Nicht über das Laub gießen und darauf achten, dass Blätter und Stängel trocken bleiben. Deswegen auch einen ausreichenden Pflanzabstand einhalten und eine Überdachung anlegen. Die Pflanzen vorbeugend mit Rhabarberblättersud behandeln.

Tomatenkrankheit: Grauschimmel

Tomatenkrankheiten rechtzeitig erkennenDer Botrytis-Pilz ist ein Schimmelpilz, der die gesamte Tomatenpflanze befallen kann. Sporen, die auf die Pflanze gelangen, verursachen die Infektion. Begünstigt durch ein warmes und feuchtes Klima kann sich der Pilz immer weiter ausbreiten.

Merkmale: Zuerst zeigen sich verschieden große, grau-grüne Flecken auf den Blättern, Stängeln und Stielen der Tomatenpflanze. Rasch können sich diese ausbreiten und die gesamte Pflanze mit einem gräulichen Pilzrasen überziehen. Befallene Früchte werden anfangs glasig, dann weich, und faulen schließlich ab.

Vorbeugen & helfen: Das Laub der Tomatenpflanze nicht gießen. Blätter und Stängel trocken halten. Befallene Pflanzenteile entfernen und im Hausmüll entsorgen. Den Wurzeln der Tomatenpflanzen vorbeugend Brennnesselsud oder Schachtelhalmbrühe verabreichen.

Tomatenkrankheit: Echter Mehltau

Echte Mehltaupilze sind Schönwetterpilze. Treffen Temperaturen zwischen 16 bis 22 Grad Celsius mit einer Luftfeuchtigkeit von 70 bis 80 Prozent aufeinander, dann können sich die Erreger explosionsartig vermehren.

Merkmale: Zu Beginn zeigen sich nur vereinzelte weiße Flecken auf den Blattoberflächen. Später bildet sich ein weißer, mehliger und stäubender Belag aus, der das gesamte Blatt überziehen kann. Bevor die Blätter endgültig vertrocknen, verfärben sie sich gelblich-braun. Die Früchte sind vom Echten Mehltaupilz nicht betroffen, können aber durch die erkrankten Pflanzenteile nicht mehr ausreichend ernährt werden.

Vorbeugen & helfen: Tomatenpflanzen in Mischkultur mit Thymian, Knoblauch, Schnittlauch oder Tagetes anpflanzen, denn diese Kräuter und Blumen mag der Pilz überhaupt nicht. Stickstoffhaltigen Dünger besser meiden, die Pflanzen lieber durch Lebermoosextrakt vorbeugend stärken. Sind Teile der Pflanze befallen, diese abschneiden und im Hausmüll entsorgen.

Tomatenkrankheit: Dürrfleckenkrankheit

Der Erreger Alternaria solani mag vor allem Wärme. Bleibt es einen langen Zeitraum über 25 Grad Celsius warm, haben die Sporen leichtes Spiel. Sie lassen sich gerne auf Kartoffeln und Tomaten nieder. Dieser Pilz ist sehr hartnäckig. Er kann im Boden überdauern, ebenso an den Tomatenstäben. Oder er befindet sich schon direkt in der Tomatenpflanze. Infiziertes Saatgut ist daran schuld.

Merkmale: Die Infektion zeigt sich deutlich an älteren Tomatenpflanzen zuerst am Stängel knapp über dem Boden, und zwar am eingesunkenen und schwärzlich verfärbten Rindengewebe. Später lassen sich diese eingesunkenen, schwarzen Flecken auch an den Früchten finden. Während des Krankheitsverlaufs weichen die Stängel auf, zugleich wächst ein rosafarbenes Gewebe darauf. Schlussendlich vergilben die Blätter, die Pflanze beginnt zu verwelken und die Früchte mumifizieren.

Vorbeugen & helfen: Keine Früchte aus befallenem Saatgut ziehen. Ebenso tabu sind infiziertes Werkzeug sowie Pflanzstäbe oder die Pflanzen von oben zu gießen. Regelmäßiger Fruchtwechsel und ein ausreichender Pflanzabstand können helfen, einen Befall vorzubeugen.

Tomatenkrankheit: Samtfleckenkrankheit

Merkmale: Unscharfe blassgelbe Flecken auf den Blattoberflächen sowie ein grün-brauner samtähnlicher Überzug auf den Blattunterseiten kennzeichnen die Samtfleckenkrankheit. Der Erreger Cladosporium fulvum breitet sich vor allem auf Tomatenpflanzen in Gewächshäusern aus. Viel Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit begünstigen die rasche Verbreitung der Sporen. Letzten Endes vertrocknen die Blätter, weitere Teile der Tomatenpflanze werden aber nicht infiziert. Die Fruchternte fällt recht gering aus. Trockenheit sowie Kälte machen dem Erreger nichts aus. Dieser überwintert sowohl am als auch im Boden.

Vorbeugen & helfen: Zu den vorbeugenden Maßnahmen zählen unter anderem: Das Gewächshaus ausreichend lüften, nur an sonnigen Tagen morgens gießen und dabei darauf achten, dass das Laub nicht zu feucht wird.

Tomatenkrankheit: Korkwurzelkrankheit

Merkmale: Der Erreger der Korkwurzelkrankheit, der so genannte Pyrenochaeta lycopersici, fühlt sich in alten, abgestorbenen Wurzelteilen sehr wohl. Er ist ein Pilz, der sich nicht offensichtlich zeigt. Wenn er sich in den Wurzeln von Tomatenpflanzen einnistet, dann lässt sich dies lediglich durch verdickte Wurzeln, langsames Wachstum, Wachstumsstockungen, Welkerscheinung an der Pflanze, durch das Abstoßen von Blüten und Fruchtansätzen oder an einer schlechten Ernte erkennen. Die Korkwurzelkrankheit trifft eher Gewächshaustomatenpflanzen oder Pflanzen mit schwacher Wurzel in nährstoffarmen Böden.

Vorbeugen & helfen: Infizierte Pflanze ausgraben und im Hausmüll entsorgen. Und infizierten Boden sterilisieren (durch Dämpfen) und in den nächsten Jahren nicht mehr bepflanzen.

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